Kurzparkzone in der Nordrandsiedlung ist als Alleinmaßnahme ungeeignet

Begleitmaßnahmen sind dringend notwendig

Nach langen Diskussionen entschieden am 13. Juni 2012 im Rahmen der Bezirksvertretungssitzung Floridsdorf die SPÖ und die Grünen, dass in weiten Bereichen der Nordrandsiedlung eine Kurzparkzone eingeführt wird. Diese gilt im Bereich Thayagasse, Aistgasse und Lafnitzgasse Montag bis Freitag zwischen 9.00 und 12.00 Uhr. Allerdings stellt dies die einzige Maßnahme zur Verkehrsberuhigung in diesem Gebiet dar, denn von allen anderen geforderten Maßnahmen, wie etwa eine Verbilligung der Tarife in der leerstehenden Park&Ride Anlage, war nicht mehr die Rede.

„Tatsache ist, dass die Tagesgebühren  von 3 Euro für die Park & Ride Anlagen am Stadtrand teurer zu Buche schlagen als das Fahrticket und somit keinerlei Anreiz darstellen, das Fahrzeug stehen zu lassen und öffentlich weiter zu fahren. So kommen Pendlerinnen und Pendler im günstigsten Fall, bei Kauf von Jahreskarten für den öffentlichen Verkehr und Jahrestickets fürs Parken  und bei Sofortzahlung,  auf  Kosten von 1.204 Euro/Jahr“, kritisiert der Klubobmann der ÖVP Floridsdorf, Erol Holawatsch.  Zu diesen `günstigen´ Preisen kommt man aber auch nur dann wenn man genug Geld hat die Tickets gleich auf einmal und nicht monatsweise einzuzahlen. „Das soll sozial sein?“, wundert sich Holawatsch.

Park& Ride muss am Stadtrand unbedingt billiger werden

Die ÖVP Floridsdorf forderte von Beginn an die Preise bei der derzeit kaum genützten Park&Ride Anlage zu reduzieren um auch einen leistbaren Anreiz für die Pendlerinnen und Pendler zu schaffen. „Mit dem nunmehrigen Beschluss kommt es lediglich zu einem Verdrängungseffekt in die umliegenden Gassen oder die betroffenen Pendlerinnen und Pendler fahren gleich weiter in die Stadt, denn dort kosten die Park&Ride Anlagen auch nicht mehr“, stellt Holawatsch auch eine mögliche Reduzierung von Abgasen und Feinstaubbelastung in Abrede. Hier werde man den Verdacht nicht los, dass es den handelnden Personen lediglich um Geldbeschaffung und nicht um echte Lösungen für die Probleme der Menschen gehe.

Wo bleibt die Bürgermitsprache?

Außerdem ist für Holawatsch völlig unverständlich weshalb man nicht, wie ursprünglich geplant, eine Befragung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger durchgeführt hat. „Wir von der ÖVP Floridsdorf haben in Eigenregie eine solche Befragung im betroffenen Grätzel durchgeführt, dabei haben sich rund 70% der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegen die Einführung einer Kurzparkzone in ihrem Wohngebiet ausgesprochen“, so der VP-Klubobmann. Weiters stellt sich die Frage ob es sinnvoll sei im September eine Kurzparkzone einzuführen wo doch die Stadtregierung mittlerweile über die Einführung einer Citymaut oder eines Zonenpickerls für ganz Wien laut nachdenkt.

Die Pendlerproblematik kann nur gemeinsam als Region gelöst werden

Wenn es nach der ÖVP Floridsdorf geht, soll  rasch ein Maßnahmenpaket umgesetzt werden, welches folgende Punkte vorsieht:

  • Günstigeres Reisen in die VOR-Kernzone für Menschen aus dem Wiener Umland
  • Tarifgestaltung bei den Wiener Park&Ride Anlagen nach dem Münchner Modell, das vorsieht  das Parken am Stadtrand billiger anzubieten als in Zentrumsnähe.
  • Errichtung zusätzlicher Park&Ride Anlagen am Stadtrand bei U-Bahn und S-Bahn Stationen
  • Verdichtung der S-Bahn Intervalle in den Spitzenzeiten zumindest in Wien

„Dies sind Maßnahmen, die den Umstieg auf den öffentlichen Verkehr attraktiv machen. Die Menschen fahren ja nicht böswillig bis in die Stadt oder Parken in Wohngegenden. Wir sind sicher, nur  mit attraktiven, fairen und leistbaren Angeboten lösen wir das Problem und heben die Lebensqualität der Menschen in Niederösterreich und in Wien“, schließt Holawatsch.